Wirsche, Wolde, Gilche, Trumpe und Murke!
Ihr lästert, macht euch lustig, spinnt Verschwörungstheorien und haltet euch für die Allergrößten. Aber seid ihr es auch?
Wie sagte schon Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal Fresse halten."
Wenn ich was zu sagen habe, und was ich zu sagen habe, entscheide ich selbst und nicht der Druck auf mich. Den kann ich gut aushalten. Und so lange sitze ich da - und das gebe ich zu - und freue mich. Aber: es gibt für mich auch ein richtiges Leben neben dem Internet, und dem Freemont-Forum, und dass erfordert zumindest bei mir manchmal andere Prioritäten.
Wen es darüber hinaus interessiert - ich meine die, die mir sinnvolle Antworten gegeben haben, mich im Geiste unterstützten oder wenigsten verstehen - hier noch die Informationen, die es tatsächlich gibt:
Ich bin ein echter Mensch, der mal einen Fiat Freemont hatte. Und der froh ist, dass der Schrotthaufen wieder weg ist. Ist so. Wir haben dieses Auto als Neuwagen! gekauft, weil wir es haben wollten, nicht brauchten oder fahren mussten. Wir haben noch mehr Autos. Auch einen Benz. Und der Preis war mir im Moment der Kaufentscheidung auch egal. Wobei ich zugebe, dass der Faktor "haben wollen" in direkter Relation zum Kaufpreis steht. Und ich bin - auch das ist richtig erkannt worden - ein kritischer und direkter Kunde. Das wiederum heißt, ich werde sehr schnell ungnädig, wenn ich 100% für etwas bezahlen soll, und dann weniger als 100% Gegenleistung erhalte. Und in diesem, meinem Fall, hat das "System Fiat" auf allen Ebenen versagt:
die Qualitätskontrolle im Werk hat versagt
der Verkäufer hat mehr versprochen, als er halten konnte
das Autohaus hat bei der Übergabeinspektion versagt
die Werkstatt hat den ersten Nachbesserungsversuch schlecht genutzt
die Werkstatt hat beim zweiten Nachbesserungsversuch vieles verschlimmert und nicht verbessert
die Werkstatt hatte beschlossen, dass Problem "schwieriger Kunde" auszusitzen
die Fiat-Kundendiensthotline hat sich nicht helfend eingeschaltet
die Fiat-Bank hat sich auch nicht zurückgemeldet
der - unser - Fiat Freemont Schrotthaufen hat nach multiplen Organversagen mit Ansage den finalen Hirntod erlitten
die Fiat-Mobilitätsgarantie hat nicht gegriffen und
die "Fiat-Deeskalationsbeauftragten" haben noch "Öl ins Feuer" gegossen
Wenn ich was vergessen haben sollte, sei's drum, mir reicht es auch so.
Meine Beziehung zu Fiat endete jämmerlich mit dem Abtransport des toten Freemont auf einem Abschleppwagen zurück zum Händler. Selbst der freundliche Mensch von der Assistance hat es nicht mehr geschafft, der Leiche Leben einzuhauchen. Immerhin, er hat einen Defibrillator angeschlossen, konnte er die Automatik entsperren, so dass zumindest der Kraneinsatz nicht nötig wurde. Angesprungen ist das Auto nicht, auf dem Bildschirm wollte eine Wegfahrsperre einen Zahlencode eingegeben bekommen, er sollte das Kupplungspedal !!! treten, die Außentemperatur war bei - 40 Grad laut Anzeige, die Blinker gingen an, nur innen, und das entstehende Geräusche hätte auch aus einem schlechten Horrorfilm stammen können.
Der Kauf wird rückabgewickelt und wir sind wieder frei darin, uns ein anderes Auto zu suchen, oder eben auch nicht. Eines ist aber sicher, ein Mitsubishi Outlander wird es nicht, auch kein KIA oder so etwas. Geht schon vom Design für uns gar nicht.
Die Details der Rückabwicklung werden noch geklärt, aber hier wird es letztendlich nur noch um ein paar Euros gehen. Und, da ich keinen Maulkorb verpasst bekommen habe, auch darüber kann ich bei Interesse noch berichten.
Captain Dirk
P.S.: Noch einen für die Stammtischpolemiker: Es braucht keinen Freemont, um glücklich zu sein. Bei mir war es heute morgen der Benz, alt aber gut, die Sonne schien, im Blaupunkt Mainz Cassettenradio lief gute Musik, vorne schnurren sechs Zylinder in Reihe, die Fenster waren alle offen und vor dem Stern eine endlose Straße......
P.P.S.: Das Ganze ging auch ohne Rechtsanwalt - jedenfalls bisher - ab. Und eine kostenfreie Rechtsberatung habe ich als Mitglied in einem großen deutschen Automobilclub auch bekommen. Die haben Rechtsanwälte am Telefon, die sich den Sachverhalt ausgiebig angehört haben und mir das weitere Vorgehen, auch unter Kostengesichtspunkten, vorgegeben haben. Was soll ich sagen, hat funktioniert. Das nenne ich Kundendienst.